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Schweizer Uhrenmarke

Favre Leuba: Geschichte, Modelle und Wert

Favre Leuba ist ein alter Uhrmachername aus Le Locle, in den 1960er-Jahren berühmt für die Höhenmesseruhr Bivouac und die Tiefenmesseruhr Bathy. Hier erfahren Sie, wie Sie die historische Firma von der heute wiederbelebten Marke unterscheiden und was Ihre Uhr wert sein könnte.

Gegründet
1737
Gründer
Abraham Favre
Sitz
Grenchen
Eigentümer / Gruppe
Wiederbelebte Marke im Besitz von Ethos Ltd. (über die Silvercity Brands AG)

Favre Leuba: Herkunft und Gründung

Favre Leuba führt seine Wurzeln auf das Jahr 1737 zurück, als Abraham Favre in Le Locle im Neuenburger Jura als selbstständiger Uhrmacher verzeichnet wurde. 1792 gründeten sein Sohn und seine Enkel in Le Locle die Firma A. Favre & Fils. Die Familie verkaufte Taschenuhren weit über die Schweiz hinaus: 1865 brachte Fritz Favre die Uhren des Hauses nach Indien, und nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Firma eine Niederlassung in Bombay.

Gründer und Familie

Favre Leuba war acht Generationen lang ein Familienunternehmen, von Abraham Favre im 18. Jahrhundert bis zum Verkauf durch die Familie 1985. Familienmitglieder reisten in ferne Märkte, um Uhren zu verkaufen, darunter um 1820 Henry August Favre.

Geschichte und Meilensteine von Favre Leuba

  • 1955: das erste eigene Werk, das Handaufzugskaliber FL101, verwendet in Modellen wie Sea Chief, Sea King und Sea Raider.
  • 1957: die Automatikkaliber FL103 und FL104.
  • 1962: das flache Kaliber FL251 mit zwei Federhäusern und die Bivouac, eine mechanische Armbanduhr mit Aneroidbarometer, die Höhe und Luftdruck anzeigt.
  • 1964: die Taucheruhr Deep Blue, wasserdicht bis 200 Meter.
  • 1968: die Bathy, eine mechanische Taucheruhr, die Tauchtiefe und Tauchzeit anzeigt.
  • 1985: Nach der Quarzkrise verkaufte die Familie Favre das Unternehmen. Der Name wechselte danach mehrmals den Besitzer, unter anderem gehörte er zeitweise zu Benedom SA und LVMH.
  • 2011: Titan Company aus Indien, Teil der Tata Group, übernahm die Marke.
  • 2016–2017: die Kollektion Raider; die an der Baselworld 2017 vorgestellte Raider Bivouac 9000 misst die Höhe mechanisch bis 9.000 Meter.
  • 2023: Der indische Uhrenhändler Ethos übernahm die Favre Leuba GmbH über seine Tochter Silvercity Brands AG von Titan.
  • 2024: Neustart an den Geneva Watch Days mit den neuen Kollektionen Chief, Deep Blue und Sea Sky.

Bekannte Favre Leuba-Modelle

  • Bivouac: die Höhenmesseruhr von 1962, getragen von Bergsteigern. Die japanische Bergsteigerin Junko Tabei trug eine am Everest.
  • Bathy: die Taucheruhr mit Tiefenmesser von 1968.
  • Deep Blue: die Taucheruhr von 1964, 2024 neu aufgelegt.
  • Sea King, Sea Chief, Sea Raider: Uhren der 1950er- und 1960er-Jahre, oft mit hauseigenen FL-Kalibern.
  • Raider Harpoon und Raider Bivouac 9000: moderne Modelle aus der Titan-Zeit.

Uhrwerke und Technik

In den 1950er- und 1960er-Jahren stellte Favre Leuba eigene Werke her, vom Handaufzug FL101 über die Automatikkaliber FL103/FL104 bis zum FL251 mit zwei Federhäusern und rund 50 Stunden Gangreserve. Die Instrumentenuhren nutzten Aneroiddosen, um Luft- oder Wasserdruck zu messen. Die Deep Blue von 2024 hat ein Automatikwerk La Joux-Perret G100 mit 68 Stunden Gangreserve.

Favre Leuba heute

Die heutige Favre Leuba ist eine wiederbelebte Marke. Sie hat ihren Sitz in Grenchen und gehört über die Silvercity Brands AG der indischen Ethos Ltd., CEO ist Patrik Hoffmann. Die Kollektionen von 2024 kosteten bei der Lancierung etwa 2.250 bis 4.375 CHF und liegen damit im mittleren Preissegment; Indien ist ein wichtiger Markt.

Favre Leuba-Preise auf dem Gebrauchtmarkt

Sammler konzentrieren sich auf Vintage-Stücke der 1950er- bis 1970er-Jahre. Am gesuchtesten sind originale Bivouac- und Bathy-Uhren mit funktionierenden Druckmessern. Uhren mit hauseigenen FL-Kalibern interessieren Käufer meist mehr als einfache Modelle. Ein originales Zifferblatt, eine funktionierende Komplikation und ein sauberes Gehäuse bestimmen den Wert.

So erkennen Sie eine echte Favre Leuba

Prüfen Sie, ob das Werk zum Modell passt: Eine Bivouac oder Bathy braucht einen funktionierenden Druckmechanismus, und Uhren mit Manufakturwerk sollten das richtige FL-Kaliber haben. Nachgedruckte oder umgebaute Vintage-Uhren sind ein häufiges Problem, schauen Sie sich daher Zifferblattdruck und Schriften genau an. Die allgemeinen Prüfpunkte finden Sie in unserem Ratgeber So erkennen Sie eine gefälschte Uhr.

Was ist Ihre Favre Leuba wert?

Ob Bivouac aus den 1960er-Jahren oder neuere Raider: Mit ein paar Fotos erhalten Sie eine kostenlose Schätzung Ihrer Uhr. Für Nachlässe und Versicherungen ist auch ein schriftliches Uhren-Gutachten erhältlich.

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Häufige Fragen

Wie viel ist eine Vintage-Bivouac von Favre Leuba wert?

Die Bivouac gehört zu den meistgesammelten Favre Leuba-Modellen. Der Wert hängt davon ab, ob der Höhenmesser funktioniert, das Zifferblatt original und das Gehäuse in gutem Zustand ist.

Wem gehört Favre Leuba heute?

Seit 2023 gehört Favre Leuba über die Tochter Silvercity Brands AG dem indischen Uhrenhändler Ethos. Die Marke wurde 2024 neu lanciert und hat ihren Sitz in Grenchen.

Ist Favre Leuba noch dieselbe Firma wie in den 1960er-Jahren?

Nein. Die Familie Favre verkaufte das Unternehmen 1985, und der Name ging seither durch mehrere Hände. Die heutige Favre Leuba ist eine wiederbelebte Marke, die an die historischen Modelle anknüpft.

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