Uhrenmuseen
Archäologisches Nationalmuseum, Athen
Das Archäologische Nationalmuseum in Athen besitzt bedeutende Sammlungen altgriechischer Kunst und Artefakte, von neolithischen und mykenischen Funden bis zur klassischen Skulptur. Für alle, die sich für die Geschichte der Zeitmessung interessieren, ist es die Heimat des Mechanismus von Antikythera, eines antiken astronomischen Zahnradgeräts.
- Ort
- Athen, Griechenland
- Adresse
- 44, 28th of October (Patission) Street, 106 82 Athens
- Eröffnet
- 1829
- Betreiber
- Griechisches Ministerium für Kultur und Sport
- Art
- Museum
Geschichte des Museums
Die Ursprünge des Museums reichen bis 1829 zurück, als Gouverneur Ioannis Kapodistrias auf der Insel Ägina das erste nationale archäologische Museum gründete. Das heutige klassizistische Gebäude in Athen wurde zwischen 1866 und 1889 errichtet. Ludwig Lange zeichnete den ersten Entwurf, Panagis Kalkos war der leitende Architekt, und der Entwurf wurde später von Armodios Vlachos und Ernst Ziller abgeändert. Die Finanzierung kam vom griechischen Staat und der Griechischen Archäologischen Gesellschaft, mit großen Spenden von Eleni Tositsa und den Brüdern Vernardakis.
Was Sie sehen können
Im Erdgeschoss befinden sich die neolithische, kykladische und mykenische Sammlung, die Skulpturensammlung (Säle 7–35), die das Museum als eine der größten und bedeutendsten Sammlungen griechischer Skulptur der Welt beschreibt, die Metallsammlung, die Sammlung Stathatos und ägyptische Altertümer. Im ersten Stock sind Vasen und Kleinkunst, Terrakottafiguren, Schmuck, Glas, zyprische Altertümer und die Funde aus Thera (Santorin) zu sehen, darunter das Frühlingsfresko. Zu den berühmten Exponaten gehören die als «Maske des Agamemnon» bekannte goldene Totenmaske und der bronzene Zeus oder Poseidon vom Kap Artemision.
Der Mechanismus von Antikythera
Der Höhepunkt für Uhrenliebhaber ist der Mechanismus von Antikythera. Er gehört zur Metallsammlung (Erdgeschoss, Säle 36–39), die auch weitere Funde aus dem Schiffswrack von Antikythera zeigt, etwa den bronzenen Jüngling von Antikythera und den als Philosoph von Antikythera bekannten Kopf. Das Museum zählt den Mechanismus zu seinen wichtigsten Exponaten und beschreibt ihn als Instrument aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. für astronomische und kalendarische Vorhersagen. Schwammtaucher fanden ihn 1901 in einem Schiffswrack aus römischer Zeit vor der griechischen Insel Antikythera in etwa 45 Metern Tiefe. Das Wrack wird auf etwa 70–60 v. Chr. datiert; die vorgeschlagenen Datierungen des Geräts selbst reichen vom 2. bis zum frühen 1. Jahrhundert v. Chr.
- Was er ist – ein handbetriebener Zahnradmechanismus aus Bronze, heute in 82 Fragmenten erhalten, von denen sieben mechanisch bedeutsam sind. Er hatte mindestens 30 Zahnräder; das größte misst etwa 13 cm im Durchmesser und hatte ursprünglich 223 Zähne.
- Was er berechnete – die Positionen von Sonne und Mond im Tierkreis, Mondphasen und Finsternisse, astronomische Zyklen wie den Meton- und den Saros-Zyklus sowie einen vierjährigen Zyklus sportlicher Spiele ähnlich der Olympiade.
- Forschung – der Historiker Derek J. de Solla Price begann 1951 mit seiner Untersuchung und veröffentlichte 1974 zentrale Ergebnisse. Seit 2005 nutzt das Antikythera Mechanism Research Project moderne Bildgebung und CT-Scans, um sein Räderwerk zu rekonstruieren.
Die Fragmente werden zusammen mit Rekonstruktionen und Nachbauten gezeigt. Das Museum betreibt außerdem unter antikythera-mechanism.namuseum.gr eine eigene digitale Anwendung zum Mechanismus.
Warum es für Uhrensammler interessant ist
Der Mechanismus von Antikythera gilt allgemein als der erste bekannte Analogcomputer. Er zeigt, dass komplexe Räderwerke zur Anzeige astronomischer und kalendarischer Informationen bereits in der Antike existierten – viele Jahrhunderte bevor im mittelalterlichen Europa mechanische Uhren aufkamen. Mondphasenanzeigen, Kalenderindikationen und astronomische Komplikationen moderner Uhren erfüllen Aufgaben, die mit denen dieses antiken Geräts verwandt sind; das macht das Museum zu einer lohnenden Station für alle, die sich für die tiefe Geschichte der mechanischen Zeitmessung interessieren. Eine Verbindung zu einer Uhrenmarke gibt es nicht; das Interesse ist rein historisch.
Besuch
Das Museum befindet sich in der Straße des 28. Oktober (Patission) 44, 106 82 Athen. Die nächstgelegenen Metrostationen sind Omonia und Victoria. Parkplätze vor Ort gibt es nicht.
Laut offizieller Website (Stand 2026):
- Sommer (4. Mai – 15. November 2026): Mittwoch bis Montag 08:00–20:00 Uhr, Dienstag 13:00–20:00 Uhr (letzter Einlass 19:30 Uhr).
- Winter (16. November 2025 – 3. Mai 2026): Mittwoch bis Montag 08:30–15:30 Uhr, Dienstag 13:00–20:00 Uhr.
- Eintritt: 20 € für das Vollticket, ganzjährig gleich. Freien Eintritt haben unter anderem EU-Bürger unter 25 Jahren und Kinder aus Nicht-EU-Ländern unter 18 Jahren, außerdem gilt er an landesweiten Gratistagen.
- Geschlossen am 25.–26. Dezember, 1. Januar, 25. März, 1. Mai und am orthodoxen Ostersonntag.
Tickets sind über das E-Ticketing-System des Museums erhältlich. Große Taschen müssen an der Garderobe abgegeben werden, und Blitzlichtfotografie ist nicht erlaubt.
Öffnungszeiten, Preise und Ausstellungen ändern sich. Bitte prüfen Sie vor dem Besuch die offizielle Website.
Quellen (8)
Häufige Fragen
Wo wird der Mechanismus von Antikythera ausgestellt?
In der Metallsammlung des Archäologischen Nationalmuseums im Erdgeschoss (Säle 36–39), zusammen mit weiteren Funden aus dem Schiffswrack von Antikythera und Rekonstruktionen.
Was ist der Mechanismus von Antikythera?
Ein altgriechisches Zahnradgerät, das 1901 in einem Schiffswrack vor Antikythera gefunden wurde. Es bildete die Bewegungen von Sonne und Mond, Mondphasen, Finsternisse und Kalenderzyklen nach.
Wie alt ist der Mechanismus von Antikythera?
Das Museum beschreibt ihn als Instrument aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Das Schiffswrack wird auf etwa 70–60 v. Chr. datiert, und einige Forscher datieren die Konstruktion des Geräts früher.
Warum ist er für Uhren relevant?
Er ist das älteste bekannte Beispiel eines komplexen Räderwerks zur Anzeige astronomischer und kalendarischer Informationen – eine Aufgabe, die mit Mondphasen- und Kalenderkomplikationen moderner Uhren verwandt ist.
Wie sind die Öffnungszeiten und der Ticketpreis?
Laut offizieller Website (Stand 2026): im Sommer Mi–Mo 08:00–20:00 Uhr und Di 13:00–20:00 Uhr; Vollticket 20 €.
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