Schweizer Uhrenmarke
Hamilton: Geschichte, Modelle und Wert
Hamilton begann 1892 als amerikanische Uhrenfirma in Lancaster, Pennsylvania. Seit den 1970er-Jahren ist die Marke in der Schweiz angesiedelt und gehört heute zur Swatch Group mit Hauptsitz in Biel/Bienne.
- Gegründet
- 1892
- Sitz
- Biel/Bienne
- Eigentümer / Gruppe
- Swatch Group
Hamilton: Herkunft und Gründung
Die Hamilton Watch Company wurde 1892 in Lancaster im US-Bundesstaat Pennsylvania gegründet. Sie übernahm die Fabrik der bankrotten Keystone Standard Watch Company; mehrere frühere Uhrenfirmen hatten dieselben Gebäude genutzt. Benannt wurde das Unternehmen nach Andrew Hamilton, dem Gründer von Lancaster. Am Anfang stellte Hamilton hochpräzise Taschenuhren her.
Geschichte und Meilensteine von Hamilton
- Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts: Hamilton wird bekannt für Eisenbahn-Taschenuhren, beworben als «The Watch of Railroad Accuracy». Die Qualitätsstufen (Grades) 992 und 950 gehören zu den bekanntesten.
- Zweiter Weltkrieg: Die zivile Produktion wird eingestellt. Hamilton liefert Armbanduhren und Marinechronometer an das US-Militär, insgesamt mehr als eine Million Uhren.
- 1957: Die Hamilton Electric 500, vorgestellt als weltweit erste elektrische (batteriebetriebene) Uhr. Ihr asymmetrisches Ventura-Gehäuse entwarf Richard Arbib, und Elvis Presley trug eine.
- 1969: Die Fabrik in Lancaster schließt, und die Produktion wird in die Schweiz verlegt, in Hamiltons Fabrik in Büren. Im selben Jahr gehört Büren zu der Gruppe, die zusammen mit Heuer und Breitling das Chrono-Matic-Kaliber 11 lanciert, eines der ersten automatischen Chronographenwerke.
- 1970er-Jahre: Hamilton entwickelt die Pulsar, die erste elektronische Digitaluhr. Anfang der 1970er-Jahre wird die Marke an den Schweizer Konzern SSIH verkauft.
- 1984: SSIH fusioniert mit ASUAG, der Gruppe, die später in Swatch Group umbenannt wird.
- 2010er- bis 2020er-Jahre: Hamilton-Uhren erscheinen in vielen Filmen, darunter Interstellar (2014), Tenet (2020) und Oppenheimer (2023).
Bekannte Hamilton-Modelle
- Eisenbahn-Taschenuhren: Grades wie 992 und 950, oft in geerbten Sammlungen zu finden.
- Ventura: Die dreieckig geformte Uhr von 1957, bis heute als Quarz- und Automatikversion gefertigt.
- Khaki Field: Felduhren im Militärstil, darunter die Khaki Field Mechanical mit Handaufzug, inspiriert von US-Dienstuhren aus der Zeit des Vietnamkriegs.
- Khaki Aviation und Khaki Navy: Flieger- und Taucheruhren.
- Jazzmaster: Elegante Uhren und Alltagsuhren.
- Intra-Matic und Chrono-Matic: Moderne Modelle im Stil von Hamilton-Entwürfen der 1960er- und 1970er-Jahre.
- Militärische Dienstuhren: Ausgabestücke der US-Regierung aus dem Zweiten Weltkrieg und später.
Uhrwerke und Technik
Frühe Hamiltons hatten firmeneigene, in den USA gefertigte Werke. Heute verwendet Hamilton Werke von ETA, der Schwesterfirma in der Swatch Group, oft exklusiv für Hamilton modifiziert. Das Automatikwerk H-10, das in vielen aktuellen Modellen steckt, basiert auf dem ETA C07.611 und bietet rund 80 Stunden Gangreserve. Das Handaufzugswerk H-50 in der Khaki Field Mechanical ist ein modifiziertes ETA 2801-2, ebenfalls mit rund 80 Stunden.
Hamilton heute
Hamilton ist eine Marke der Swatch Group mit Sitz in Biel/Bienne und fertigt ihre Uhren in der Schweiz, präsentiert sich aber mit ihrem amerikanischen Erbe. Sie liegt im erschwinglichen bis mittleren Preissegment.
Hamilton-Preise auf dem Gebrauchtmarkt
Die meisten modernen Hamiltons werden in großen Stückzahlen produziert und deutlich unter dem Neupreis verkauft. Limitierte Editionen, etwa die Modelle mit Filmbezug, können ihren Wert besser halten. Box, Papiere und ein guter Zustand helfen.
Sammler interessieren sich vor allem für Vintage-Stücke: Eisenbahn-Taschenuhren, originale Electric 500 und Ventura, Chrono-Matic-Chronographen und belegte militärische Dienstuhren. Originalzifferblätter, zusammengehörige Werke und Gehäuse sowie ein funktionierender Zustand zählen sehr viel. Bei Taschenuhren sind Grade, Steinzahl, Gehäusemetall und der Zustand des Emailzifferblatts entscheidend. Vergoldete Gehäuse (Gold-filled) sind viel häufiger als Massivgold.
So erkennen Sie eine echte Hamilton
Bei Vintage-Taschenuhren von Hamilton sind Grade und Seriennummer auf dem Werk eingraviert, und anhand der Seriennummer lässt sich die Uhr datieren. Prüfen Sie, ob das Werk zu Gehäuse und Zifferblatt passt; viele alte Taschenuhren wurden umgeschalt. Frühe elektrische Uhren haben oft ersetzte Teile und sollten von einem Spezialisten geprüft werden. Militäruhren sind ein Ziel für Fälschungen und nachgedruckte Zifferblätter, prüfen Sie daher die Markierungen auf dem Gehäuseboden genau. Bei modernen Hamiltons sollte die Referenznummer auf dem Gehäuseboden mit den Papieren übereinstimmen. Die allgemeinen Prüfpunkte finden Sie in unserem Ratgeber So erkennen Sie eine gefälschte Uhr.
Was ist Ihre Hamilton wert?
Liegt bei Ihnen eine alte Hamilton-Taschenuhr oder eine Vintage-Ventura in der Schublade? Senden Sie Fotos von Zifferblatt, Gehäuseboden und Werk für eine kostenlose Schätzung Ihrer Uhr. Wenn Sie ein schriftliches Dokument für einen Nachlass oder eine Versicherung brauchen, bestellen Sie ein Uhren-Gutachten.
Häufige Fragen
Ist Hamilton eine Schweizer oder eine amerikanische Marke?
In gewissem Sinn beides. Hamilton wurde 1892 in Lancaster, Pennsylvania, gegründet, die Produktion zog aber 1969 in die Schweiz. Heute gehört die Marke zur Swatch Group und hat ihren Sitz in Biel/Bienne.
Wie datiere ich eine Hamilton-Taschenuhr?
Suchen Sie die auf dem Werk eingravierte Seriennummer, nicht die auf dem Gehäuse. Tabellen mit Hamilton-Seriennummern zeigen das ungefähre Herstellungsjahr.
Sind alte Hamilton-Uhren wertvoll?
Das hängt von Modell und Zustand ab. Eisenbahn-Taschenuhren, originale Electric 500 und Ventura sowie belegte Militärstücke sind am gesuchtesten; gewöhnliche vergoldete Taschenuhren haben meist einen moderaten Wert.
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